Während in den Bergen noch meterhoch Schnee liegt und Skifahrer ihre Schwünge ziehen, hat in der Südoststeiermark die Radsaison begonnen. Eine ideale Einstiegs-Gravel-Tour, gewürzt mit kräftigem Bärlauch-Duft.
Gravelbiken ist beliebt wie nie zuvor, denn Gravelbikes kombiniert die Vorzüge von Rennrädern (Geschwindigkeit und Effizienz) mit der Stabilität und Robustheit von Mountainbikes. Damit ist das Gravelbike perfekt geschaffen für das steirische Thermen- und Vulkanland.
Denn die südöstlichste Region Österreichs mit den fruchtbaren Böden vulkanischer Vergangenheit bietet eine perfekte Mischung aus asphaltierten Nebenstraßen und gut fahrbaren Schotterwegen, die durch Weingärten, Auwälder und vorbei an Feldern führen.
Für meine Radtour habe ich eine BMC Roadmachine 01 AMP X ONE mit TQ-Antrieb gewählt. Der innovative Mittelmotor mit 360-Watt-Akku ist das ideale Helferlein bei Gegenwind, der hier durchaus kräftig pfeifen kann. Zum Warmfahren habe ich mich für die gut 50 Kilometer lange Gravel Austria/ Steiermark-Etappe Neustift – Mureck entschieden.
Ein Highlight der Tour ist St. Anna am Aigen. Der kleine Ort thront oben auf einem Hügel und bietet ein sehenswertes Panorama über Weingärten und Obstwiesen, die nach dem Winter langsam wieder erwachen.
Bereits früh im Jahr haben hier auch die Buschenschänken geöffnet, ebenso wie zahlreiche Bikeverleiher, die so die Südoststeiermark zu einer der beliebtesten Genussradregionen machen.
Nach einem kurzen Abstecher nach Slowenien erreicht man Bad Radkersburg. In der südlichsten Stadt der Steiermark vermischt sich ein Hauch von mediterranem Flair mit historischer Altstadt und entspannter Thermen-Atmosphäre. Und ja, hier kann man schon Ende März genussvoll einen Espresso im Freien genießen.
Richtung Mureck führt die Tour entlang des Mur-Radweges durch kleine Dörfer, wo in Gärten und Hauswänden, außergewöhnlich oft Fotos von Geburtstagskindern hängen – ein lebendiges Zeichen für die Geselligkeit der Südoststeirer – und weiter durch idyllische Aulandschaften. Man radelt vorbei an zahlreichen Fisch- und Badeteichen, wie dem Liebmann See.
Dieser eignet sich für eine Rast, um am Ufer die wärmenden Sonnenstrahlen zu genießen und wieder seine Vitamin-D-Speicher nach dem Winter zu füllen.
Begleitet wird man unterwegs vom würzigen Duft von Bärlauch, der hier in verschwenderischer Fülle wächst. Verständlich, dass so manche Frühjahrs-Radtour hier mit einer Handvoll Bärlauch in der Tasche endet.
Zu Hause mit Nüssen, Öl und Parmesan zu einem Pesto veredelt, ist es die perfekte Erinnerung an eine der schönsten Gravelbike-Regionen Österreichs.