Ob Familieneinkauf, Kindertransport oder umweltfreundlicher Autoersatz – Lastenräder boomen! Sie bieten jede Menge Stauraum, sparen Spritkosten und machen den Alltag flexibler. Doch wer zum ersten Mal aufsteigt, merkt schnell: Ein Lastenrad fährt sich ganz anders als ein normales Fahrrad. Wie fährt man sicher? Welche Modelle passen zu wem? Und welche Regeln gelten im Straßenverkehr?
Der größte Unterschied zum klassischen Fahrrad: Ein Lastenrad bietet mehr Platz und mehr Möglichkeiten, hat aber auch mehr Gewicht und ein verändertes Fahrverhalten.
Lastenräder gibt es in zwei Hauptvarianten:
- Zweirädrige Modelle: Wendig, schmal und ideal für enge Wege oder schnelle Besorgungen.
- Dreirädrige Modelle: Mehr Stauraum, aber sperriger – und sie reagieren anders in Kurven.
„Wer häufig durch schmale Gassen fährt, ist mit einem zweirädrigen Modell besser beraten. Dreirädrige Lastenräder bieten mehr Stabilität, können aber in engen Passagen schwieriger zu manövrieren sein“, erklärt Helena Biewer, Unfallexpertin von ERGO, einer der größten Versicherungsgruppen Europas.
Unfallrisiko nicht unterschätzen
Lastenräder sind praktisch – aber sie bringen auch Herausforderungen mit sich:
- Höheres Gewicht macht das Manövrieren anspruchsvoller.
- Kippgefahr vor allem in Kurven und bei abruptem Bremsen.
- Ungewohnte Fahrdynamik, die Übung erfordert.
Die Unfallforschung der Versicherer empfehlen daher Modelle mit Neigetechnik, um mehr Stabilität zu gewährleisten.
Sicher unterwegs: Wichtige Tipps für Fahrer
Erst üben, dann durchstarten: Wer noch nie mit einem beladenen Lastenrad gefahren ist, sollte erst auf einer ruhigen Strecke das Fahrverhalten testen – vor allem beim Bremsen, Lenken und Bordsteinkanten überwinden.
Mitfahrer & Ladung sichern: Kinder gehören angeschnallt und mit Helm geschützt, Gepäck sollte mit Gurten oder Netzen fixiert werden.
Vorausschauend fahren: Besonders mit schwerer Ladung ist eine angepasste Geschwindigkeit entscheidend.
Welche Verkehrsregeln gelten für Lastenräder?
Auch wenn Lastenräder breiter und schwerer sind: Sie gelten als Fahrräder und unterliegen denselben Verkehrsregeln. Das bedeutet:
- Radwege müssen genutzt werden, wenn sie benutzungspflichtig ausgeschildert sind.
- Ist ein Radweg zu schmal, darf ausnahmsweise auf die Straße ausgewichen werden – dies ist jedoch von der Verwaltungsvorschrift abhängig.
- Parken ist in der Regel dort erlaubt, wo auch normale Fahrräder stehen dürfen – aber nicht auf Gehwegen, die Fußgänger behindern oder Rettungswege blockieren!
Lastenräder sind jedenfalls richtig praktisch und mit der richtigen Vorbereitung auch sicher!